Der Blog für Schrauber

Simson S50: Das Schrauberprojekt von Daniel Tost

4. Oktober 2016 | 1 Kommentar

S50 Umbauprojekt

Letztes Jahr haben wir euch aufgefordert, uns eure Umbau- und Instandsetzungsprojekte zu zeigen. Dieses Jahr haben wir bei manchen noch einmal nachgefragt, wie es damit mittlerweile aussieht. Hier könnt ihr das Ergebnis von Daniel Tost sehen, der sich um seine arg mitgenommene S50 gekümmert und sie wieder flott und fahrtüchtig gemacht hat.

So sah die S50 vorher aus

Daniels Umbauarbeiten

Daniel hat uns gesagt, dass er nicht wirklich viel an der S50 verändert hat. Die auffälligste Änderung, die er vorgenommen hat, ist ein Klarglasscheinwerfer, den er eingebaut hat. Er hat den Scheinwerfer eingebaut, damit er bei Dunkelheit besseres Licht hat. Außerdem hat er einen S51-4-Gang-Motor eingebaut, mit der originalen DDR-6V-Elektronikzündung. Die Zündung findet Daniel zuverlässiger und bringt mehr Licht als die Unterbrecherzündung. Hinten hat er auch mehrfach verstellbare schwarze Federbeine verbaut.

Aufbereitung und Lackierung

Daniel hat alle Rahmen- und Blechteile sandstrahlen lassen. Daraufhin wurden alle Rahmenteile gepulvert und das Rücklicht, das Gehäuse, die Kugellampe vorn sowie die Felgenringe und Naben schwarz lackiert. Den Tank und die Schutzbleche sowie die Seitendeckel wurden saftgrün lackiert – eine Originalfarbe.

Teile, die sandbestrahlt, gepulvert und/oder lackiert wurden

Für den Neuaufbau der Maschine wurden zahllose Teile benötigt:

Hier noch ein kurzer Zwischenstand

Und das ist das Endergebnis von Daniels S50

Daniels Tipps für S50-Schrauber

Daniel hat uns noch ein paar Tipps da gelassen, die er jedem Schrauber, der sich mit einer S50 beschäftigt, ans Herz legt.

Bleib so original wie möglich!

Es empfiehlt sich, wenn möglich, alle originalen DDR-Teile wieder zu verwenden. Manches gibt es kaum noch oder gar nicht mehr, was dann sehr teuer werden kann, wie zum Beispiel Kugellampen, Büffeltanks oder Strebenschutzbleche.

Sandstrahlen und Pulvern statt nur Lackieren

Was den Rahmen angeht, ist Sandstrahlen und Pulvern mehr zu empfehlen als Lackieren, da der Rost so entfernt wird und das Ganze einfach länger hält.

Edelstahl statt Chrom

Bei all seinen Projekten, auch bei der S50, bevorzugt Daniel Edelstahlspeichen, weil Chrom abplatzen oder Flugrost ansetzen kann, wenn er unzureichend gepflegt wird.

Neue Elektrik

Kabelbaum und Elektrik würde Daniel eher erneuern, weil man dann sicher weiß, dass alles funktioniert und nicht 1000 Jahre mit Fehlersuche und Zerlegen beschäftigt ist.

Die Frage der Zündung

Daniel spricht sich für Elektrikzündungen aus, weil man sie nicht, wie die Unterbrecherzündung, immer wieder prüfen und nachjustieren muss. Die Elektrikzündung ist zuverlässiger.

Nicht geizig sein

Wenn man sich schon mal die Mühe macht und eine Maschine wieder rundum erneuert, sollte man nicht an den falschen Ecken sparen: Gummis oder Federn sollten lieber durch neue Exemplare ausgetauscht werden.

Heizen und kühlen

Um Kugellager aus den Gehäusehälften zu bekommen, wärmt Daniel die Hälften mit einer Heizplatte. So fallen die Lager fast von alleine raus. Die Kurbelwelle legt er vor dem Einbau ins Gefrierfach, weil sie sich dann zusammenzieht. Den Lagerinnenring wärmt er etwas an einem Heizpilz.

Bleib bei der Sache

Wenn man einen Plan hat, soll man dabei bleiben und sich nicht dauernd umentscheiden – das spürt man beim Endergebnis!

Kommentare (1)

Jan Burde schrieb am 06.10.2016 um 19:55Uhr:

Jepp, haste recht 😉

Kommentar schreiben:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.