Von Pfui zu Hui – So bereiten wir unsere Originalteile auf
Der Zahn der Zeit nagt an jedem Ding. Originale Ersatzteile aus der DDR sind zwar vielleicht extrem haltbar und beständig, aber so ganz unberührt bleiben sie eben doch nicht von den Jahrzehnten. Deswegen tun wir alles Menschenmögliche, um sie wieder fit zu machen! Einfach aus Liebe zum Osten und auch, um euch die Originalteile in bestem Zustand anbieten zu können. „Original“ heißt ja schließlich nicht „verlottert“!
Welche Schäden können entstehen?
Der Ersatzteilfeind Nummer 1 ist Rost. Reines Metall, das nicht lackiert ist, oxidiert gerne, vor allem im Lauf der Jahrzehnte. Das Resultat ist dann ein Teil, das so erst mal nicht mehr zu gebrauchen ist.
Ähnlich, aber schlimmer ist es mit verchromten Teilen. Die Verchromung kann aufblühen, wodurch das Teil dann, zumindest in diesem Zustand, völlig unbrauchbar wird.
Ein anderer, immer wieder vorkommender Schaden besteht auch aus falscher bzw. zu langer Lagerung.
Welche Originalteile bereiten wir auf?
Simson Ersatzteile, MZ Ersatzteile, Trabi Ersatzteile – einfach alle, die wir aufbereiten können! Bei manchen Ersatzteilen wie zum Beispiel Schrauben ist das unmöglich, da das Ersatzteil durch die Aufbereitung zerstört bzw. untauglich gemacht würde. Manche Teile kosten auch in der Aufbereitung mehr, als wir für ihren Verkauf bekommen würde, was das Ganze ebenfalls verunmöglicht. Ansonsten wird alles aufbereitet, was uns zwischen die Finger kommt!
Wie werden die Teile aufbereitet?
Für die meisten Aufbereitungen beschäftigen wir andere Firmen, die auf so etwas spezialisiert sind. Die gängigste Methode ist das Sandstrahlen. Eisstrahlen wird auch manchmal gemacht, aber seltener, da es teurer ist und so die Marge der Artikel, die wir aufbereiten können, nach oben drückt.
Die Nachbehandlung
Die Ersatzteile sind sandbestrahlt oder eisbestrahlt, aber die meisten davon sind dann in der Konsequenz ziemlich nackig. Deswegen schicken wir die Teile, die es nötig haben, danach auch noch in die Nachbehandlung. Dort werden sie je nach Ersatzteil lackiert, vernickelt, poliert etc. und dann luftdicht verschweißt, damit sie ordentlich gelagert werden können und keinen Rost mehr ansetzen.
Auf Wunsch machen wir auch eine Pulverbeschichtung, aber da das in der DDR üblicherweise nicht gemacht wurde (erst sehr spät, Richtung Ende der DDR), ist die Pulverbeschichtung bei uns kein Standard, sondern wird nur auf Anfrage vorgenommen.
Du hast Fragen zu Details oder willst wissen, wie dein Originalteil konkret aufbearbeitet wurde? Dann melde dich einfach bei uns oder schreib hier einen Kommentar. Wir geben dir gerne Auskunft!
Reinhard Hummel, 18.07.19 21:52
Pulverbeschichtung: Ich habe für meine MZ ES 150 ca. 1976 (lange vor Ende der DDR) Seitengepäckträger gekauft. Neu, im IFA- Laden. Die waren definitiv mit "Plaste" beschichtet. Ob gepulvert oder irgendwie anders aufgebracht, weiß ich nicht.hubat, 08.09.17 21:37
also ich wunder mich das die Ing.aus der DDR teils schwache Dinge bauten/entwarfen und dann wieder so einfallsreiche,oder waren es die Materiellen Schwächen die sie zu überbrücken versuchten,jedenfalls HUT AB ihr wart meistens sehr gut und IdeenreichHerbert, 10.07.17 14:00
ach über so kleinigkeiten sehen wir hier hinweg,mich hat es gefreut das sich sie INSCHENEURE damals sich Gedanken gemacht haben und sich die Kontrolllampen ersparten und die Lenker Blinker Erfanden,das wie überall ein für und wieder gibt ist normal,zbsp,Sturz aber mir gefällt diese Idee,finde dieses Juwel echt schwer in OrdnungChristian Halle, 23.08.16 12:52
In einem Punkt muss ich euch widersprechen. Es wurde sehr wohl in DDR Zeiten pulverbeschichtet. Beim SR50 bzw. SR80 war das ab 88 / 89 Gang und Gebe. Auch die Rahmen der späten S51 und S70 sind teils schon gepulvert.